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Marokko 🇲🇦 - Finale - Afrika is not a country

  • Autorenbild: Sandra
    Sandra
  • 24. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Ich bin schon lange wieder in Europa.

Und ich habe es nicht geschafft, dieses letzte Kapitel zu schreiben. Diesen letzten Blogeintrag. Ich konnte nicht.

Die letzten Wochen und Monate waren die intensivsten meines ganzen Lebens. Es war hart. Härter, als ich es mir je hätte vorstellen können.

Es war nicht schön. Aber plötzlich war alles klar. Die Antworten, nach denen ich auf meiner Reise gesucht und die ich nicht gefunden hatte, waren auf einmal da. Still, eindeutig, unausweichlich.

 

Europa hat mich erschlagen mit all seiner Wucht. Es ist hektisch, modern, und nichts geht mehr einfach. Alles ist kompliziert.

Ich weiss, irgendwann werde ich damit wieder klarkommen müssen. Und ich werde es auch können. Aber etwas wird für immer anders sein in meinem Leben.

 

Nun, Wochen, ja sogar Monate nach meiner Rückkehr nach Europa und nach diesen Zeilen, bin ich immer noch nicht zu Hause in der Schweiz. Aber immerhin auf dem Weg dorthin.

Anders als ursprünglich geplant fahre ich nun doch mit Arby zurück. Ich brauche das. Ich brauche diese Kilometer, die in keinem Buch und in keinem Blog festgehalten werden.

Ich brauche das einsame Radeln durch das kalte, dunkle, garstige Europa.

Und ich geniesse es.

 

Auf dieser Reise passieren Geschichten, die ich nie erwartet hätte. Geschichten, die gut sind und wohl nötig waren. Emotional passiert hier mehr mit mir als in dem ganzen Jahr auf dem afrikanischen Kontinent.

Tja, auf so einer Reise lernt man nicht das, was man denkt, dass man lernen wird. Und schon gar nicht das, was man lernen möchte. Man lernt das, was man lernen muss.

 

Ich habe gelernt, dass es Dinge gibt, die ich nie verstehen werde.

Ich habe gelernt, dass das okay ist.

Ich habe gelernt, für mich einzustehen.

Ich habe gelernt, dass ich es wert bin.

Ich habe gelernt, dass es immer irgendwie gehen wird.

Ich habe gelernt zu weinen, auch wenn mir Hunderte von Menschen dabei zusehen.

Ich habe gelernt zu ignorieren.

Ich habe gelernt, dass sich die höchsten Hochs und die tiefsten Tiefs oft innerhalb von Minuten abspielen.

Ich habe gelernt, die Tiefs zu fühlen.

Ich habe gelernt, das Fühlen zu geniessen.

Ich habe gelernt, dass ich okay bin.

Ich habe gelernt innezuhalten.

Ich habe gelernt, dass wer nirgends zu Hause sein will, überall zu Hause ist.

Ich habe gelernt, dass wer niemandem gehören will, ein Leben lang frei sein wird.

Ich habe gelernt zu akzeptieren.

Und ich habe gelernt, dass alles so richtig war und dass ich alles noch einmal genauso machen würde.

 

Marokko war grossartig. Die Menschen bleiben mir als freundlich, respektvoll und unglaublich gastfreundlich in Erinnerung. Was für ein Abschluss dieser Reise.

Afrika ist vielseitig. Und Afrika ist definitiv kein Land.

 

Ihr fragt euch vielleicht, wie es war, als ich mein Endziel in Marokko erreicht habe.

Nun ja, es war genauso unspektakulär wie das Erreichen des nördlichen Monuments in Kanada nach meiner 4300 Kilometer langen Wanderung durch die USA. Und genauso unspektakulär wie damals die Einfahrt nach Kapstadt nach sechs Monaten durch Ostafrika.

Ich war erfüllt und gleichzeitig völlig leer.

Es ist nicht der Anfang einer Reise und auch nicht ihr Ende. Es ist alles dazwischen, was wirklich zählt.

Ich bin immer noch am Verarbeiten der vielen Eindrücke. Immer wieder kehren meine Gedanken zurück zu einzelnen Momenten in Afrika.

Das wird wohl noch eine Weile so bleiben. Vielleicht ein Leben lang.

Und auch das ist gut so.

 

Danke Afrika - ich komme wieder. Hakuna Matata


Stay tuned....es geht weiter...ca va aller...


Unten noch einige Eindrücke von Marokko.


Rechts = 1 Jahr Afrika (ja immer derselbe Pneu) Links = NEu
Rechts = 1 Jahr Afrika (ja immer derselbe Pneu) Links = NEu

Auf der Fähre nach Barcelona
Auf der Fähre nach Barcelona

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